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Alemannia - FC Bayern München 4:2 am 20. Dezember 2006

  • DFB-Pokal - Saison 2006/2007 - 3. Spieltag
  • Datum: Mittwoch 20.12.2006  - 20:30 Uhr
  • Zuschauer: 20.800 (davon ca. 2200 Bayern-Fans)
  • Wetter: leicht bewölkt, 3 Grad
  • Schiedsrichter: Herbert Fandel, Mike Pickel, Christian Soltow

 

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  • Vereinswappen Alemannia Aachen FC Bayern München

 

 

Alemannia schmeißt Bayern München aus dem Pokal

 

 

3:0 zur Halbzeit - Zwei Tore von Reghecampf

 

Die Alemannia hat Bayern München am ausverkauften Tivoli vor 20.800 Zuschauern mit 4:2 (3:0) geschlagen. Laurentiu Reghecampf mit zwei Treffern und Marius Ebbers sorgten für einen komfortablen Halbzeitvorsprung. Nach der Pause kamen die Bayern durch Lukas Podolski und Marc van Bommel noch einmal heran, doch Jan Schlaudraff entschied kurz vor dem Ende die Partie. Die Alemannia zieht somit ins Viertelfinale des DFB-Pokals ein.

Trainer Michael Frontzeck stellte gegen den Rekordmeister aus München auf ein „4-4-2“ um: Vedad Ibisevic kam für den defensiven Matthias Heidrich ins Team und unterstützte Marius Ebbers als zweite Spitze im Sturm. Verletzungsbedingt musste er auf Nico Herzig verzichten, der von Moses Sichone ersetzt wurde. Sergio Pinto spielte für Thomas Stehle. Ansonsten vertraute der Aachener Coach der Truppe, die Wolfsburg besiegt und gegen den HSV ein Unentschieden erkämpft hatte.

 

Auf der Gegenseite änderte Felix Magath die Startformation im Vergleich zum souveränen 4:0-Sieg gegen Mainz nur auf einer Position: Keeper Oliver Kahn durfte sich aufgrund von Nackenproblemen schon frühzeitig in den Weihnachtsurlaub verabschieden. Ersatztorwart Michael Rensing vertrat den Routinier. Davor spielten Willi Sagnol, Daniel van Buyten, Lucio und Philipp Lahm in der Viererkette. Als nominelle „Sechs“ ging Marc van Bommel an den Start. Die Außenbahnen im Mittelfeld besetzten Hasan Salihamidzic und Andreas Ottl. Hinter den Spitzen Roy Makaay und Claudio Pizarro spielte Bastian Schweinsteiger.

 

Ohne unnötiges Vorgeplänkel ging es sofort los: Fiel eröffnete die Partie mit einem Freistoß nach nur 70 Sekunden, den FCB-Torwart Rensing aber abwehren konnte. Ebbers wurde zuvor regelwidrig am Sechzehner der Bayern von den Beinen geholt. Die Münchener antworteten sofort mit Schweinsteiger, der aus 15 Metern übers Tor schoss (4.). Nur zwei Minuten später kam Roy Makaay zu einer sehr guten Möglichkeit: Doch Straub warf sich erfolgreich in den Schuss und wehrte das Leder ab. In der achten Spielminute war das Spielgerät dann das erste Mal im Tor der Münchener: Schiedsrichter Herbert Fandel pfiff ihn zurück. Beim Pass auf Leiwakabessy stand der Holländer im Abseits. Die Freude über das nachfolgende Abspiel auf Ibisevic, der den Ball über die Linie schob, war somit leider umsonst.

 

Dafür jubelte der ausverkaufte Tivoli nur fünf Minuten später umso lauter: Nach einem Foul an Fiel hatte Reghecampf den anschließenden Freistoß mustergültig ins linke Dreieck gezirkelt - nichts zu halten für Rensing (13.). Aachen war jetzt weiter am Drücker, musste aber immer auf gefährliche Angriffe der Bayern aufpassen. Einen Schuss von Ottl konnte Straub entschärfen (16.).

 

 

Der Rekordmeister wurde jetzt langsam wach: Nach einem schönen Zuspiel von Schweinsteiger warf sich Sichone in letzter Sekunde in den Schuss von Pizarro (18.). Das Spiel entwickelte sich jetzt zu einem intensiven Pokalfight, in dem die Schwarz-Gelben eindeutig die besseres Chancen hatten: Nach einem Fiel-Freistoß übersprang Sichone den Münchener van Buyten und köpfte auf Ibisevic, der aus der Drehung einen satten Schuss abfeuerte. Rensing klärte mit viel Glück per Fußabwehr (20.).

Der Rekordmeister aus München drängte Aachen in der Folgezeit in die eigene Hälfte und kam sofort zu guten Möglichkeiten: Zunächst scheiterte Makaay mit einem Kopfball (22.). Nur zwei Minuten später startete Sagnol bis zur Grundlinie durch und legte klug auf Schweinsteiger ab, der an der Strafraumkante wartete. Sein Schuss ging nur knapp übers Tor (24.). Das Spiel war jetzt völlig offen und ein weiteres Tor lag in der Luft: Ibisevic hatte gleich zweimal die Möglichkeit für die Alemannia zu erhöhen. Nach einem feinen Zuspiel von Schlaudraff war der junge Stürmer auf weiter Flur vor Rensing, wartete mit seinem Abschluss aber einen Tick zu lange, so dass sein Schuss von Lucio noch abgeblockt wurde (26.). Nur drei Minuten später bediente Pinto den Bosnier. Der jedoch verfehlte mit seiner Direktabnahme das Tor um einige Meter (29.).

 

Auch ohne dass die Chancen zu Toren umgemünzt wurden, konnte unser Team ein wenig verschnaufen, um sich danach weiter mit vollem Einsatz gegen die Angriffe der Münchener zu wehren. In der 33. Minute hatte sich Salihamidzic im Strafraum durchgesetzt und scheiterte nur an dem starken Alemannen-Keeper Straub (33.). Ansonsten hielt die Abwehr um Sichone und Klitzpera den Angriffen des klaren Favoriten stand. Zu umständlich wurden die Angriffe der Bayern vorgetragen: Zwar wurde das Passspiel schnell ausgeführt, so dass ein FCB-Spieler von der Grundlinie flanken konnte, doch im Strafraum gab es für die Offensivkräfte Pizarro und Makaay rein gar nichts zu holen. So passte man in den Rückraum, wo Schweinsteiger, Ottl oder van Bommel reihenweise das Leder in den Aachener Nachthimmel jagten.

 

Die Alemannia jedoch viel effektiver mit hervorragendem Konterspiel: Ebbers flankte auf Ibisevic, der wieder einmal Rensing im Kasten der Bayern anschoss. Reghecampf nutzte den Abpraller und schoss flach zur 2:0-Führung für den Gastgeber ein (39.). Die Schwarz-Gelben spielten sich jetzt in einen wahren Fußballrausch und verzauberten die Zuschauer auf den Tribünen: Fiel eroberte sich den Ball von Sagnol und passte mustergültig auf Lehmann, der der gesamten Abwehr des Deutschen Meisters davonlief. Seine Flanke erreichte in der Mitte der mitgelaufenen Ebbers, der den herauslaufenden Rensing zu dritten Mal an diesem Abend überwinden konnte - 3:0 kurz vor der Pause! Mit stehenden Ovationen verschwanden die Mannschaften kurze Zeit später in die Kabinen.

 

 

Die Alemannia schickte die gleiche Elf der ersten 45 Minuten in die zweite Hälfte, während bei den Bayern Lukas Podolski für Ottl in die Partie kam. Der Nationalstürmer schaltete sich nach nur zwei Minuten fulminant in die Partie ein: Nach Stellungsfehler von Klitzpera kam der Nationalstürmer an der Strafraumkante zum Schuss und setzte das Leder mit voller Wucht in die Maschen (47.). Bayern war jetzt aggressiver und drängte auf den Ausgleich. Makaay bediente Pizarro, der von Sichone gerade noch rechtzeitig beim Abschluss gestört werden konnte (50.). Unschöne Aktion nur eine Minute später: Schlaudraff einfach zu schnell für Scheinsteiger, der dem Alemannen voll am Knöchel trifft - gelbe Karte zu Recht für den Münchener. Das Spiel ging nahtlos weiter wie es in der ersten Hälfte endete: Torchancen und Emotionen pur! In der 53. Spielminute forderten die Bayern Elfmeter. Pizarro ging im Strafraum zu Boden - eine strittige Situation.

Obwohl Bayern die dominierende Mannschaft war, erspielten sich die Schwarz-Gelben beste Torchancen: Ibisevic bediente den völlig freien Reghecampf auf Rechts, der scharf in die Mitte passte. Ebbers wollte den Ball mit der Hacke spielen - traf jedoch das Leder nicht richtig (57.). Nur eine Minute später war die Kugel im Aachener Tor - ein Treffer gab es jedoch nicht. Nach Freistoß von Schweinsteiger kam der Ball zu van Buyten, der sich im Luftkampf im Fünfmeterraum unfair gegen den Aachener Schlussmann durchsetzte (58.).

Fünf Minuten später foulte Lehmann den eingewechselten Santa Cruz - verletzte sich dabei aber selber. Matthias Heidrich kam für den starken Abräumer in die Partie. Die Alemannia verlor jetzt mehr und mehr den Faden in ihrem Spiel: Zu viele Ballverluste wurden von den Münchenern provoziert. Folglich erspielte sich der Gast Torchancen, die auch genutzt wurden: van Bommel stellte mit einem tollen Schuss aus 20 Metern den Anschluss her - nur noch 3:2 für die Alemannia (68.).

Als die Partie auf der Kippe stand, konnte sich die Aachener Hintermannschaft bei Straub bedanken, der die Schwarz-Gelben im Spiel hielt. So in der 74. Minute als Makaay die Aachener Nummer Eins zu einer Glanzparade zwang. Jetzt ging es nur noch in eine Richtung: Aachener unter Dauerbeschuss! Wie in einem Handballspiel stand die komplette Aachener Mannschaft am eigenen Strafraum und kämpfte gegen anrennende Münchener. Nur hin und wieder konnten Entlastungsangriffe gestartet werden, die jedoch ungefährlich waren. In der Schlussphase wurde das Spiel ruppiger: Nach Foul an Fiel hätte van Bommel durchaus die gelbe Karte sehen können, was die Ampelkarte bedeutet hätte. Stattdessen spielte der Gast weiter nach vorne und hatte gute Möglichkeiten durch Makaay (85.) und Pizarro (86.). Da diese jedoch ungenutzt blieben, entschied der starke Schlaudraff das Spiel: Der Shootingstar setzte sich in seiner unnachahmlichen Art gegen drei Gegenspieler durch und ließ auch Rensing nicht den Hauch einer Chance - 4:2 für den Außenseiter. Nachdem Reghecampf noch einmal den Ball auf das Außennetz gelupft hatte, war das Spiel vorbei.

 

 

Die Alemannia gewinnt ein phantastisches Spiel verdient durch eine tolle erste Hälfte und eine gute mannschaftliche Geschlossenheit. Mit dem Einzug ins Viertelfinale beschenken sich die Schwarz-Gelben kurz vor Weihnachten selbst.


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