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Alemannia - Werder Bremen 2:3 am 29. Mai 2004

  • FB-Pokal - Saison 2003/2004 - 6. Spieltag
  • Datum: Samstag 29.05.2004  - 20:00 Uhr
  • Zuschauer: 71.682 (davon ca. 19.000 aus Aachen)
  • Wetter: heiter und sonnig, 20°
  • Schiedsrichter: Herbert Fandel

 

  • Vereinswappen Werder Bremen Werder Bremen
  • Vereinswappen Werder Bremen Alemannia Aachen

 

Alemannia im Finale erst nach großem Spiel geschlagen

 

Dem deutschen Meister Werder Bremen merkten die über siebzigtausend Zuschauer im weiten Rund von der ersten Minute an, dass sie den Zweitligisten unterschätzen wollten. Bereits in der 1. Spielminute verlor Karlheinz Pflipsen etwas leichtfertig den Ball im Mittelfeld und ein Pass in die Spitze erreichte den brasilianischen Torschützen vom Dienst Ailton zentimetergenau. Alexander Klitzpera konnte den vor dem Spiel geehrten Torschützenkönig der Bundesliga nur durch ein Foul an der Strafraumgrenze stoppen, sah gelb und Bremen hatte die erste Chance im Spiel. Der fällige Freistoß jedoch blieb in der gut postierten Mauer hängen.


Alemannia überstand die starke Anfangsphase der Norddeutschen ohne Gegentor und spielte nach der ersten Viertelstunde absolut gleichwertig mit. Ivica Grlic hatte die erste Chance auf der anderen Seite. Nach einem weiten Einwurf von Stefan Blank konnte Dennis Brinkmann den Ball verlängern und der bosnische Nationalspieler kam zum Schuss, der aber am Tor vorbei trudelte. Erst in der 31. Minute ging Bremen durch Tim Borowski - zu diesem Zeitpunkt nicht ganz erwartet - mit 1:0 in Führung. Pech für die Alemannia, dass anschließend in ein, zwei strittigen Situationen nach Remplern im Strafraum an Bachirou Salou der Elfmeterpfiff ausblieb. Allerdings waren die Szenen wohl auch nicht eindeutig genug für einen Strafstoß. Trotzdem hatten die zahlreichen Alemannia-Fans mehrmals den Eindruck, dass Schiedsrichter Herbert Fandel im Zweifelsfall eher für den Favoriten entschied.

In der 38. Minute brannte es wieder vor dem Tor der Aachener. Zum ersten Mal hatte sich der Franzose Johan Micoud durchgesetzt, schoss aber von der Strafraumgrenze über das Tor von Stephan Straub. Insgesamt war aber vom Bremer Spielmacher wenig zu sehen. Frank Paulus hatte die Aufgabe - im Gegensatz zur sonst eher raumorientierten Abwehrarbeit im Mittelfeld, Micoud in Manndeckung auszuschalten, was auch weitgehend gelang. Kurz vor der Pause aber fiel dann doch der zweite Treffer. Ivica Grlic wurde im Mittelfeld unsanft vom Ball getrennt und Bremens Konter saß zum 2:0 durch Ivan Klasnic (44.).

In der 2. Halbzeit rechnete nun viele schon mit einem Bremer Schützenfest, doch unsere Mannschaft fand wieder zurück in die Partie. Die Schwarz-Gelben spielten jetzt forsch nach vorne und setzte den Gegner stark unter Druck. Als Stefan Blank mit einem Kopfball nach Grlic-Flanke zum 1:2 traf (51.) schien sich eine Überraschung anzubahnen. Alemannia drängte auf den Ausgleich, der SV Werder kam kaum noch gefährlich nach vorne. So wie in der 63. Minute Werder-Keeper Reinke bei einem Salou-Kopfball nachfassen musste, gab es die eine oder andere Möglichkeit für den Außenseiter.

Eine unglückliche Szene kam dann dem deutschen Meister zu Hilfe. George Mbwando ließ einen Ball ins Aus rutschen, Tim Borowski sprang über unseren Abwehrspieler und Schiedsrichter Fandel - zunächst unschlüssig über die Szene - zückte auf Zeichen seines Assistenten an der Linie den roten Karton (75.). Eine äußerst umstrittene und auch später von vielen neutralen Beobachtern kritisierte Entscheidung. Aber auch in Unterzahl lieferte unsere Mannschaft einen tollen Kampf und zwei Minuten später hatte Stefan Blank den Ausgleich auf dem Fuß. Sein strammer Schuss aus 12 Metern strich aber über das Quergebälk.

Als Alemannia alles auf eine Karte setzte, bekam der SV Werder den Platz zum Kontern. So wie in der 78. Minute, als Stephan Straub gegen Ivan Klasnic Kopf und Kragen riskieren musste, um den Ball abzuwehren. Sechs Minuten vor dem Ende entschied Bremen aber mit einem weiteren Konter dann doch die Partie. Wieder war es Borowski, der zum 3:1 traf. Der erneute Anschluss durch Erik Meijer in der Schlussminute kam zu spät. Schiedsrichter Fandel ließ nach dem Tor die letzte der drei angezeigten Nachspielminuten nicht mehr zu und beendete das Spiel. Mit Bremen hatte die reifere Mannschaft nicht unverdient gewonnen, die die entscheidenden Situationen eiskalt ausnutzte. Trotzdem wurde unsere Elf von den gut zwanzigtausend mitgereisten Fans wie ein Sieger gefeiert. Mannschaft und Fans hatten sich eines Finale würdig erwiesen und die schwarz-gelben Vereinsfarben vor einem Millionenpublikum richtig gut vertreten.


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