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Alemannia - Borussia Mönchengladbach 1:0 am 17. März 2004

  • DFB-Pokal - Saison 2003/2004 - 5. Spieltag
  • Datum: Mittwoch 17.03.2004  - 20:30 Uhr
  • Zuschauer: 20.400 (davon ca. 2.500 aus Mönchengladbach)
  • Wetter: klar, 16°
  • Schiedsrichter: Edgar Steinborn

 

  • Vereinswappen Alemannia Aachen Alemannia Aachen
  • Vereinswappen Alemannia Aachen Bor. Mönchengladbach

 

Wie Phoenix aus der Asche

 

Beide Trainer hatten keine großen Überraschungen bei der Aufstellung parat und so spielten beide Teams mit der erwarteten Startformation. Gästetrainer Holger Fach spielte mit seinem Lieblingssystem 3 - 5 - 2, stellte also neben Ari van Lent mit Václav Sverkos eine zweite Spitze auf. Für den in Bochum verletzt vom Platz getragenen Igor Demo spielte der Ex-Burghausener Thomas Broich. Alemannia Coach Jörg Berger veränderte seine Mannschaft im Vergleich zum Sieg gegen Lübeck nur auf einer Position. Stefan Blank rückte für George Mbwando in die Innenverteidigung und Fabian Ewertz spielte den linken Part in der Viererabwehrkette.

Nach einem ersten Warnschuss von Kai Michalke in der 2. Minute dominierte aber zunächst der klassenhöhere Gast aus Mönchengladbach. Ivo Ulich zielte aber in der 13. Minute nicht genau genug und sein Schuss ging flach am linken Pfosten vorbei. Noch gefährlicher wurde es in der 20. Minute. Nach einem unnötigen Ballverlust im Mittelfeld wurde Václav Sverkos steil geschickt, sein Schuss aber klatschte nur an den linken Pfosten und sprang von dort unserem Keeper Stephan Straub in die Arme.

Mit zunehmender Spiel-dauer legte sich die Ner-vosität bei den Schwarz-Gelben und nach einer halben Stunde verpasste Erik Meijer nur knapp die Führung. Nach einem Freistoß von Ivica Grlic und einer Kopfballstafette von Erik Meijer und Alexander Klitzpera kam noch einmal Erik Meijer an den Ball, doch sein Schuss im Grätschen strich Zentimeter am rechten Pfosten vorbei ins Aus. Die Führung fiel dann aber doch. Drei Minuten vor dem Halbzeitpfiff konnte Jeff Strasser unseren Kapitän Kalla Pflipsen nur noch per Foul bremsen, sah die Gelbe Karte und es gab Freistoß aus gut 20 Metern vor dem Tor. Mit drei Spielern standen die Schwarz-Gelben bei der Ausführung und als Schiedsrichter Edgar Steinborn die Mauer noch einmal ein paar Schritte zurückschicken musste, entschied sich Ivo Grlic zur Ausführung. "Ich hatte gesehen, dass die Mauer nicht nur zurückging, sonder auch immer weiter in die Mitte rückte. Da habe ich es einfach versucht", so unser Mittelfeldspieler nach dem Spiel. Gut gesehen, das Leder flog rechts vorbei an der schlecht postierten Mauer und schlug flach in die rechte untere Ecke ein. Riesenjubel im seit Wochen ausverkauften Tivoli, endlich war unsere Mannschaft in Führung gegangen.

In der zweiten Halbzeit waren die Gäste zwar optisch überlegen, doch große Torchancen zum Ausgleich sprangen eigentlich nicht heraus. Das Spiel, das nicht die Klasse des ersten Halbfinales zwischen Bremen und Lübeck erreichte, lebte nur von der Spannung. Keine der beiden Mannschaften konnte spielerische Akzente setzen, Torgefahr entstand zumeist nur aus Standardsituationen. Viele Spielunterbrechungen kennzeichneten die Partie und die meisten Freistöße endeten hoch und weit im gegnerischen Strafraum und der gegnerischen Abwehr.

Alemannia aber hatte den Vorteil in Führung zu liegen, die Gast vom Niederrhein musste kommen und sich etwas einfallen lassen. Doch dem Bundesligisten fehlten an diesem Abend einfach die spielerischen Mittel, um die im großen und ganzen sattelfeste Abwehr der Schwarz-Gelben in Gefahr zu bringen. Glück hatte unsere Mannschaft dann zwei Minuten vor Schluss. Eine Flanke in den Strafraum sprang an den Arm von George Mbwando, was Trainer Jörg Berger spontan zu der Aussage hinreißen ließ: "Den lasse ich da nie mehr in der Mitte spielen." Schiedsrichter Steinborn interpretierte die Szene aber anders und ließ weiterlaufen. Über einen Strafstoß hätte sich jedoch keiner am Tivoli beschweren können. Das Glück war zurückgekehrt und vielleicht war es ein schicksalhafter Ausgleich für all die schweren zurückliegenden Wochen. Unsere Mannschaft konnte auf jeden Fall den knappen Vorsprung ins Ziel retten, hatte sogar bei den Kontern in der Schlussphase die Möglichkeit, das Spiel vorzeitig zu entscheiden.

Grenzenloser Jubel brandete mit dem Schluss-pfiff auf, "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin" hallte es durch das Stadion. Ein Verein, der vor zweieinhalb Jahren fast Konkurs war, war durch gute Führung in Sport und Verwaltung auferstanden und konnte jetzt den Lohn ernten für die vielen Entbehrungen in vergangener Zeit. Fast schuldenfrei, im Pokalfinale und wenn alles gut läuft sogar Teilnehmer am UEFA-Pokal, es wird noch eine Zeit dauern, bis alle realisiert haben, was heute Abend auf dem Tivoli passiert ist. So sagte Präsident Horst Heinrichs nach dem Spiel: "Unfassbar, ich bin nur noch glücklich. Das dauert bestimmt eine Zeit, bis ich realisiert habe, was diese Mannschaft für den Verein, für die Stadt und für die ganze Region geleistet hat."


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