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FC Bayern - Alemannia 2:1 am 23. September 2006

Glanzlos, aber erfolgreich

 

Aufsteiger Alemannia Aachen schrammte knapp an einem überraschenden Punktgewinn beim FC Bayern vorbei. Der Meister zeigte sein Können nur phasenweise und setzte höchstens in Ansätzen das von den Verantwortlichen erhoffte Signal.

 

 

"Never change a winning team", so lautete das Motto von Alemannen-Trainer Michael Frontzeck. Die Elf, die beim 4:2-Heimerfolg über Gladbach auf dem Platz stand, durfte auch beim Rekordmeister beginnen. Sein Kontrahent Felix Magath nahm hingegen zwei Veränderungen in der Anfangsformation gegenüber der Niederlage in Bielefeld vor: Ottl ersetzte den verletzten Hargreaves und Makaay durfte im Angriff anstelle von Podolski auf Torejagd gehen. Erwartungsgemäß übernahmen die Hausherren von Beginn an die Kontrolle über das Spielgeschehen. Doch Tormöglichkeiten entstanden gegen taktisch disziplinierte Gäste lediglich aus Standardsituationen. In der 22. Minute klärte Leiwakabessy einen Lucio-Kopfball auf der Linie. Sekunden später zappelte der Ball zwar im Aachener Netz, aber das Schiedsrichter-Gespann verwehrte dem Treffer von Claudio Pizarro die Anerkennung, da angeblich zuvor ein Foulspiel van Buytens vorlag. Die Aachener befreiten sich nach einer knappen halben Stunde immer mehr vom Druck der Münchner. Bei einem Ebbers-Kopfball - nach einem Freistoß von Reghecampf - war Oliver Kahn noch reaktionsschnell zur Stelle (36.). Beim von Lucio abgefälschten indirekten Freistoß Sascha Dums blieb jedoch auch der Keeper machtlos (38.). Die Münchener zeigten sich vom überraschenden Rückstand wenig beeindruckt. Fast im direkten Gegenzug gelang ihnen der Ausgleich. Nach Eckball Schweinsteigers war ausgerechnet Claudio Pizarro per Kopf erfolgreich, der unter der Woche in einem Interview sich selbst gelobt und mit Wechselgedanken kokettiert hatte. Den regelwidrigen Einsatz des Peruaners vor dem Luftkampf mit Dum hatten die Unparteiischen übersehen. Zum Schluss der ersten Hälfte wurde die Partie etwas hektischer. Bis zum Halbzeitpfiff mussten fünf Gelbe Karten verteilt werden.

 

Voller Elan kamen die Bayern aus der Kabine. Der Neuling wurde regelrecht eingeschnürt. Drei Minuten nach Wiederbeginn krachte ein Distanzversuch von Phillip Lahm ans Lattenkreuz. Es dauerte nur unwesentlich länger, bis dem Rekordmeister der verdiente Führungstreffer gelang. Nach Zuspiel von Aluminium-Schütze Lahm vollstreckte van Bommel mit einem trockenen Schuss aus knapp 20 Metern in die untere rechte Ecke (55.). Ohne Not zogen sich die Münchener nach dem Führungstreffer zurück und überließen den Alemannen das Spiel. Diese Passivität wäre den Gastgebern fast noch zum Verhängnis geworden. Zwei Halbchancen der Gäste folgte ein Kopfballtreffer von Noll, dem Schiri Schmidt und sein Assistent wegen Abseits die Anerkennung verweigerten (75.). Eine Fehlentscheidung, wie sich nach Ansicht der Fernsehbilder herausstellte. Am Ende durfte sich der selbst ernannte Liga-Primus immerhin über drei Punkte freuen, aber mehr auch nicht.

Alemannia - Dynamo Dresden 5:1 am 4. Oktober 2004

Souveräner 5:1-Erfolg gegen Dynamo Dresden

 

Doch zunächst begann das Spiel mit ungewöhnlich vielen Fehlern unserer Mannschaft. Viele Fehlpässe und Missverständnisse vor allem im Spielaufbau bereits im Mittelfeld führten dazu, dass zunächst kein Spielfluss aufkommen wollte und der Aufsteiger aus Sachsen sogar etwas mehr Spielanteile hatte. Dabei spielte Alemannia in der gleichen eingespielten Aufstellung wie schon seit Wochen. Auch Sergio Pinto war wieder fit und spielte von Beginn an auf den Flügeln. Für ihn musste aus der Starformation gegen Hafnarfjördur Jens Scharping zunächst auf der Bank Platz nehmen. Auf der linken Seite der Viererabwehrkette spielte für den gesperrten Stefan Blank wie schon in Aue Emil Noll, der seine Sache wieder sehr gut machen sollte.

Der UEFA Cup-Teilnehmer hatte also so seine kleineren Probleme zu Beginn, die sich aber mit der ersten Torchance ganz einfach in Luft auflösten. Der heute wieder überragende Kai Michalke sah Willi Landgraf auf dem rechten Flügel davon flitzen und spielte dann auch auf Außen. Und unser "Demnächst-Rekordhalter", der bisher eine ganz außergewöhnliche Saison spielt, flankte in Stürmermanier in die Mitte, wo Reiner Plaßhenrich nur noch den Fuß hinhalten brauchte (16.). Mit der zweiten echten Chance fiel dann bereits das zweite Tor für die Schwarz-Gelben, die heute in Auswärtsgelb antraten, da der Gast aus Dresden nur eine Kluft dabei hatte und Schiedsrichter Albrecht die Farben Schwarz und Dunkelrot bei einem Abendspiel zu ähnlich waren. Marco Christ hatte im Mittelfeld Christian Fiel niedergestreckt - sah dafür auch später gelb -, aber Schiedsrichter Albrecht erkannte voraus ahnend auf Vorteil. Reiner Plaßhenrich stand nämlich plötzlich frei vor dem Tor und vor seinem zweiten Treffer, doch zunächst konnte Gästekeeper Oliver Herber abwehren. Dies allerdings genau auf den Kopf von Kai Michalke, der keine Mühe hatte zum 2:0 einzunicken (29.).

Ein einziges Mal in der ersten Halbzeit meldete auch der Tabellenletzte Ansprüche auf zumindest einen Punkt an. Christian Hauser war auf über links enteilt, flankte zurück in die Mitte, doch an der Strafraumgrenze vergab Dexter Langen diese gute Möglichkeit. Entsprechend reagierte Trainer Christoph Franke und brachte direkt nach der Pause zwei neue Leute. Doch der Gast enttäuschte seine zahlreich mitgereisten Fans. Alemannia übernahm vom Wiederanstoß an das Kommando und spielte nun gut 20 Minuten Traumfußball. Zunächst konnte Oliver Herber im Tor der Gäste noch einen Freistoß von Christian Fiel aus dem Winkel fischen, doch dann ging der arme Torwart mit seiner Mannschaft komplett im Wirbel der "Eurofighter" unter.

Reiner Plaßhenrich in den Strafraum auf Erik Meijer und der schoss nicht selber, sondern bediente einfach genial in der Mitte Sergio Pinto, der nur noch den Fuß hinhalten musste (59.). Die Fans saßen kaum wieder, da hob Christian Fiel den Ball geschickt über die gesamte Dynamo-Abwehr auf Kai Michalke und der erzielte mit einem sehenswerten Fallrückzieher sein sechstes Saisontor und das 4:0 (60.). Weitere zehn Minuten später flog der aufgerückte Alexander Klitzpera in Mittelstürmermanier in eine Flanke von Emil Noll und traf per Flugkopfball nach Meinung aller Zuschauer zum 5:0. Offiziell wurde das Tor aber später als Eigentor von Levente Csik gewertet, der wohl bei dem Abwehrversuch zuletzt am Ball war. Bei der Alemannia klappte in dieser Phase fast alles. Auf engstem Raum wurde gespielt und gedribbelt, dann folgte wieder der weite Flügelwechsel oder eine gefährliche Flanke. Die Gäste spielten zwar tapfer weiter, waren aber in dieser Phase sichtlich überfordert.

Einzig Karsten Oswald prüfte in der 74. Minute mit einem strammen Freistoß, ob denn der Keeper der Alemannia Stephan Straub noch wach war. Zwei Minuten vor dem Ende schafften die Sachsen dann doch noch das Ehrentor und verhinderten den höchsten Zweitligasieg der Alemannia seit dem Wiederaufstieg in die Zweite Bundesliga vor fünf Jahren.

Mit einem Erfolgserlebnis wollte Cheftrainer Dieter Hecking in die Länderspielpause gehen und das ist ihm mit seiner Mannschaft eindrucksvoll gelungen. Und in noch einem Punkt können wir unserem Trainer recht geben. Schon vor einiger Zeit hatte Dieter Hecking gesagt, dass er sich keine Sorgen um die mangelnde Chancenverwertung machen würde, seine Elf würde schon noch treffen. 16:7 Tore nach sieben Spielen und das beste Torverhältnis der Liga, noch Fragen?


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