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Alemannia - AZ Alkmaar 0:0 am 17. Februar 2005

  • UEFA-Pokal KO-Runde - Saison 2004/2005 - 3. Spieltag
  • Datum: Donnerstag 17.02.2005  - 20:30 Uhr
  • Zuschauer: 38.038 (davon ca. 3.500 aus Alkmaar)
  • Wetter: bewölkt, -3°
  • Schiedsrichter: Georgios Kasnaferis
  • Vereinswappen Alemannia Aachen Alemannia Aachen
  • Vereinswappen Alemannia Aachen AZ Alkmaar

 

Starke Alemannia wahrt ihre Chance

 

Vereinsrekord

Doch bevor beide Mannschaften den Platz betraten, hatten die Alemannen etwas Historisches in ihrer Vereinsgeschichte geschafft, dass ihnen keiner mehr nehmen konnte. Mit exakt 38.038 Zuschauern stellte die Alemannia einen neuen Zuschauerrekord bei einem Heimspiel auf. Das Kölner Rund, das gewöhnlich in rot-weiß getaucht ist, erstrahlte in saftigem Gelb und Schwarz. Schon Stunden zuvor pilgerten die Kartoffelkäfer mit Bussen und Bahnen von der einen Domstadt in die andere. Laut singend wurde mit gymnastischen Übungen die Stabilität der Straßenbahnen der KVB getestet - "wer nicht hüpft, der ist kein Aachener". Dass die Öcher nicht nur laut sind, sondern auch lange durchhalten können, ist ja schon lange bekannt. So wurde das Stadion bis zur letzten Minute mit fantastischen Sprechchören beschallt. Zwischenzeitlich gab es kleinere verbale Duelle mit den Fans von AZ Alkmaar, in denen die Aachener deutlich die Oberhand behielten. Auf dem Platz sah es zunächst so aus, als ob Alkmaar seiner Favoritenrolle gerecht wurde. Die ersten zehn Minuten gehörten klar den Kickern aus dem Nordflügel der Randstad. Die Elf, die technisch sicher ist, gut und schnell auf den Positionen rotieren kann und ein rasantes Passspiel beherrscht, konnte in Ansätzen zeigen, was möglich ist wenn der Tabellen-Zweite der holländischen Ehrendivision ins Rollen kommt.

Überragender Straub

Schon nach sechs Minuten konnten sich alle bei dem überragend spielenden Stephan Straub bedanken. Er lenkte einen 25-Meter Kracher von Ramzi noch am Tor vorbei, der ohne Zweifel im rechten Torwinkel eingeschlagen wäre. In der 18. Minuten hatte Huysegems die Möglichkeit die Niederländer in Führung zu bringen - mit einem Drehschuss aus acht Metern, doch auch er fand in dem Aachener Torwart seinen Meister. Nach der Partie war der Keeper "stolz, im in einem so wichtigen Europapokalspiel kein Gegentor bekommen zu haben". Die Alemannia setzte die Anweisungen ihres Trainers Dieter Hecking gut um. Die Spieler von Alkmaar wurden schon früh im Mittelfeld gestört, die Räume wurden sehr eng gemacht; somit hatte der klare Favorit wenige Chancen sein gefürchtetes Kombinationsspiel aufzubauen. "Es ist uns perfekt gelungen, Alkmaar nicht ins Spiel kommen zu lassen", befand auch der Aachener Coach. Die Aachener zwangen ihren Gegner zu Fehlern und konnten sich folglich auch eigene Chancen herausspielen.

Rettung auf der Linie

Zunächst konnte Stehle in der 21. Minute eine Ecke von Pinto mit dem Kopf verlängern - auf der Linie musste Stürmer Sektioui für seinen schon geschlagenen Keeper Timmer retten. Wenige Minuten später hätte es 1:0 für die Alemannia stehen müssen. Kapitän Erik Meijer legte nach einem seiner vielen gewonnenen Kopfballduelle auf den wieselflinken Daniel Gomez ab. Dieser verzog nach einem satten Flachschuss aus 16 Metern - der Ball klatschte an die Bande links neben das Tor. In der Folgezeit der ersten Hälfte dominierte die Alemannia die Partie. Jeder Ball wurde hart umkämpft und die scheinbar überforderten Holländer zogen sich mehr und mehr zurück. Was jetzt noch fehlte war das Tor. Plaßhenrich hatte noch einmal die Gelegenheit - doch auch er verfehlte nach Pass von Meijer das Tor nur um Zentimeter. Das Team aus Aachen konnte die Überlegenheit nicht in Tore ummünzen. Das Spiel der Alemannia war durchaus ansehnlich, doch die Angriffsbemühungen endeten meist an der Strafraumgrenze. In der zweiten Hälfte änderte sich der Spielverlauf keinesfalls. Hoch motiviert und angefeuert von den fantastischen Aachener Fans riss die Elf vom Tivoli das Spiel wieder an sich. Mit hohem läuferischen Einsatz und vielen gewonnenen Zweikämpfen im Mittelfeld setzten die Aachener Kicker meistens durch.

Elfmeter nicht gegeben

Belohnt durch ein Tor wurden die Aachener allerdings nicht. Auch der griechische Schiedsrichter Kasnaferis hatte etwas dagegen. In der 52. Minute verweigerte er dem Team von Dieter Hecking einen klaren Handelfmeter. Opdam stoppte den Ball im Strafraum. Der Referee, der nur fünf Meter daneben stand und absolut freie Sicht hatte, erkannte keine Absicht - die Pfeife blieb stumm. In der 52. Minute hatte Kai Michalke die Möglichkeit einzunetzen. Der Stürmer scheiterte jedoch aus 13 Metern an Torwart Timmer. Von Alkmaar war in der zweiten Halbzeit fast nichts zu sehen. Bis zur 70. Minute - Nelisse frei vor Stephan Straub - kam Alkmaar zu keiner zwingenden Torchance. Zwanzig Minuten vor Schluss schwanden bei den Aachenern die Kräfte. Alkmaar kam besser ins Spiel, konnte jedoch nie eine zwingende Überlegenheit aufbauen. In der Schlussphase wurde es noch einmal brenzlig - Meijer und der eingewechselte Reghecampf verletzten sich in Zweikämpfen an den Sprunggelenken, bissen aber auf die Zähne, denn das Auswechselkontingent war schon erschöpft. Bis zum Schluss fighteten die Aachener vorbildlich.

Gelungenes Comeback

Mit Reiner Plaßhenrich kehrte nach zweimonatiger Verletzungspause eine starke Säule in das Mittelfeld der Alemannia zurück. Der 28-Jährige arbeitete viel für die Mannschaft - er engte geschickt Adil Ramzi ein, konnte zudem Akzente für die Offensive setzen und hatte selbst einige Torchancen. Überraschend gut funktionierte schon wieder das Zusammenspiel mit Simon Rolfes, trotz mangelnder Spielpraxis.

Mit viel Druck und sehr undeutsch

Nach dem Spiel zollte auch Alkmaars Trainer Co Adriaanse der Mannschaft vom Tivoli Respekt.

"Die Mannschaft hat uns stark unter Druck gesetzt". Auch fügte er hinzu, dass "die Mannschaft sehr undeutsch spielt". Das Kompliment nehmen der Trainer und die Mannschaft gerne an. Gleichzeitig warnte der Coach sein Team: "Das 0:0 ist ein ganz gefährliches Ergebnis". Denn bei einem Tor der Alemannia müsste sein Team schon zwei schießen, um die nächste Runde erreichen zu können. Sportdirektor Jörg Schmadtke schätzt die Situation ähnlich ein: "Ich sehe unsere Chancen nicht so schlecht. Der Druck liegt jetzt eindeutig bei Alkmaar".


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